„Software as a Service“

Moderne Internetbrowser und Ihre Gegestücke, Web-Dienste, sind in der Lage komplexe Inhalte über das Internet zum Anwender zu bringen. Spiele, Google Maps oder soziale Netzwerke sind nur ein paar Beispiele. Und offenbar ist das keine Einbahnstraße: Benutzerdaten können online gespeichert und geteilt werden. Viele Softwarehersteller machen sich die bessere Internetanbindung vielerorts und die leistungsfähigen Browser nun zunutze und bieten browserbasierte Versionen Ihrer Software online an. Ein populäres Beispiel ist Microsoft’s Office 365. Word pder Excel Dokumente können in jedem modernen Browser geändert und anschließend in privaten Containern gespeichert werden, egal ob die Programme auf dem Gerät installiert sind oder nicht.
Dies funktioniert nicht nur mit Dokumenten, Tabellen oder Bildern, sondern auch mit kompletter Buchhaltungssoftware, Kundeninformations- oder Kassensystemen. Die Daten können dann zwar auf dem Endgerät gespeichert werden, aber der Vorteil liegt eigentlich darin, dass die Daten in einem sicheren Rechenzentrum im Internet gespeichert werden. Da man den Standort der Daten meist nicht kennt und dies auch nicht von Interesse ist, spricht man von der „Cloud“. Kunden kaufen dann auch nicht mehr die Software selbst, sondern die Bereitstellung der Software als Dienstleistung, die man monatlich oder jährlich bezahlt, was man dann „Software as a Service“ (SaaS) nennt. Was erst einmal klingt wie eine Abofalle, kann in der Tat sogar kommerzielle Vorteile für den Kunden haben.

Vorteile für Winzer

Vergessen Sie Ihre Datensicherung. Wenn Ihr Computer in Flammen aufgeht können Sie mit einem neuen Gerät einfach da weitermachen wo Sie aufgehört haben. Auch um Updates der Software brauchen Sie sich nicht mehr zu kümmern. Diese sind in der Gebühr enthalten und weil die Anwendung nicht wirklich auf Ihrem Gerät installiert ist sondern beim Hersteller, kümmert dieser sich auch darum. Und obwohl auch dabei mal etwas schief gehen kann, passiert es aufgrund der besser kontrollierbaren Umgebung beim Hersteller sehr selten. Das bedeutet auch, dass bei Problemen und Support-Anfragen niemand mehr Zugang zum Endgerät benötigt. Ein Endgerät kann dann alles sein was einen aktuellen Internetbrowser hat, also vom PC über das Tablet bis hin zum Smartphone oder Smart-TV. So können Sie zum Beispiel, wenn Sie ein Warenwirtschaftssystem in der Cloud verwenden, einfach unterwegs den Lagerbestand prüfen oder Kundendaten ergänzen. Mit einem web-basierten Weinbergs-Management lässt sich die Dokumentation direkt im Weinberg erledigen, so dass nichts vergessen wird. Zuhause angekommen ist die Information auf dem Computer dann bereits auf dem neuesten Stand.
Bei gegebenen finanziellen Randbedingungen kann es zudem steuerliche Vorteile bringen die Software zu mieten (laufende Kosten) anstatt sie einmalig zu bezahlen (Investition).

Nachteile

Cloud Anwendungen basieren auf dem Internet. Es gibt zwar Anwendungen die eine Kopie der Daten auf dem Endgerät speichern um auch die Arbeit mit getrennter Internetverbindung zu ermöglichen, aber wenn Sie über eine instabile Verbindung verfügen oder die Kosten für den Internetzugang sehr hoch sind, dann bleiben Sie besser bei lokal installierter Software.
Für einige Firmen ist es außerdem ein Problem, sensible Informationen wie Finanzdaten oder Kundendaten außerhalb des Unternehmens zu speichern. Für die meisten Betriebe in der Weinbranche dürfte dies allerdings nicht zutreffen, da jedes professionelle Rechenzentrum sicherer ist als normale Büros. Auf die Vertrauenswürdigkeit des Softwareanbieters sollte dennoch besonderes Augenmerk gelegt werden.

Auswahl der richtigen Lösung

Neben Vertrauenswürdigkeit ist Verlässlichkeit ein wichtiges Kriterim für die Auswahl eines Anbieters. Das Unternehmen sollte fest in der Branche Fuß gefasst haben, denn wenn die Entwicklung des Produkts oder gar der Dienst an sich eingestellt wird, sind Ihre Daten in Gefahr. Bei der Vielzahl der globalen Lösungen sollte auch darauf geachtet werden, dass sie für die eigenen und lokalen Anforderungen ausgelegt ist. Die rechtlichen Rahmenbedingungen und Arbeitsweisen zwischen den Ländern unterscheiden sich derart drastisch, dass Software aus anderen Ländern oftmals nur über frustrierend viele Umwege nutzbar ist oder aufwändig angepasst werden muss.
Ansonsten gelten bei der Auswahl von Cloud-Software für den Weinbau die gleichen Kriterien wie für lokale Anwendungen, die sich maßgeblich daraus ergeben, welche Einkommensquellen der Betrieb hat (Weinbau, Weinverkauf, Wiederverkauf, …) und wie die Rahmenbedingungen dafür sind (Betriebsgröße, Nebeneinkünfte wie Zimmervermietung, Größe der Anbaufläche etc.)

Einige Lösungen für die Weinbranche

Wir haben ein paar Cloud-Lösungen zusammengetragen und werden diese Liste erweitern wenn neue Lösungen unsere Aufmerksamkeit erregen. Die Liste ist weder vollständig, noch als Empfehlung zu verstehen. Wenn Sie Hilfe bei der Auswahl oder der Einrichtung einer Lösung benötigen, dürfen Sie uns aber gerne kontaktieren.

Anwendungen für Winzer

  • Weinmann – Ein in der Branche bekannter Anbieter, der seine Lösung nun auch in der Cloud anbietet und stetig erweitert.
  • Weinbau-Online.de – Die erste reine Cloud-Lösung für Winzer auf dem deutschen Markt kommt bereits in vielen Betrieben zum Einsatz und bringt alle Funktionen mit die kleine bis mittlere Betriebe im Normalfall benötigen, insbesondere Schnittstellen zu Webshops.

Weinbergsmanagement

  • eVineyard – Eine Management-Anwendung für den Weinberg, die dabei hilft Arbeiten im Weinberg zu koordinieren und zu dokumentieren und auf Basis dieser Daten und des Wetters sogar Vorhersagen für notwendige Schritte berechnet.

Büroanwendungen

  • Microsoft Office 365 – Die Cloud-Version der bekannten Bürosoftware bleibt immer auf dem neuesten Stand und kommt mit einem Online-Speicher für alle Dokumente.
  • Google Docs – Nicht so verbreitet wie Office und mit etwas weniger Funktionsumfang, dafür aber kostenfrei und somit ein guter Einstieg in die neue Technologie.